Arbeits- und Sozialverhalten in Zeugnissen:

Im Rahmen der Abschaffung der Kopfnoten wurde den Schulen nunmehr wieder die Möglichkeit eingeräumt, in Zeugnissen Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten zu treffen (§ 49 Abs. 2 SchulG NRW).

Was sich zunächst ganz harmlos anhört und in den Medien als Abschaffung der Kopfnoten verkauft wurde ist tatsächlich ein wesentlich gefährlicheres Instrumentarium, was Schülern massiven Schaden zufügen kann.

Hierzu muß man wissen, daß die Kopfnoten in den letzten Jahren einen regelrechten Boom erhalten haben und zahlreiche Schulen dazu übergingen, Schülern auf diese Weise den weiteren Lebensweg erheblich zu erschweren.

Oftmals kam dies im Nachgang zu Ordnungsmaßnahmen, was schon in sich rechtswidrig war, denn Ordnungsmaßnahmen betreffen nur punktuelle Ereignisse, Verhaltensnoten demgegenüber das gesamte Schuljahr. Wurde dies bemängelt, wurde freilich gleich eine ganze Batterie angeblicher Fehlverhaltensweisen über das Schuljahr aus dem Hut gezaubert.

Insbesondere Schüler, die sich mit solchen Zeugnissen bewerben mußten, erlitten hierdurch erhebliche Nachteile, so daß es auch in diesem Bereich zuletzt in erheblichem Umfange vermehrt Rechtsstreite gab.

NRW gibt sich nunmehr also generös und schafft die Kopfnoten ab.

Stattdessen wird allerdings die Möglichkeit eingeräumt, Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten in zeugnisse aufzunehmen, was im Ergebnis nichts anderes als eine schriftliche Verhaltensnote ist - also noch viel schlimmer als eine mündliche Verhaltensnote, denn lieber liest ein potentieller Arbeitgeber noch eine "4" in Verhalten, als von "aufsässigem Verhalten" etc.

Die Norm ist demnach eine Katastrophe und gehört noch viel mehr abgeschafft als die Kopfnoten.

Im Falle solcher Aussagen im Zeugnis kontaktieren Sie mich bitte möglichst frühzeitig für eine Erstberatung oder deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen, denn meistens drängt die Zeit bei solchen Konstellationen sehr und eine Lösung ist nicht im Vorbeilaufen zu erreichen.