Gemeinschaftsschule NRW:

Die als "Schulversuch" deklarierte Einführung von Gemeinschaftsschulen stellt in Wahrheit sicher bildungspolitisch einen erheblichen Paukenschlag dar und es erscheint angesichts ähnlicher Bemühungen anderer Bundesländer unwahrscheinlich, daß am Ende des Schulversuchs damit Schluß ist:

Zielsetzung soll sein, "zu erproben, wie durch längeres gemeinsames Lernen in der Sekundarstufe I die Chancengerechtigkeit und Leistungsfähigkeit des Schulwesens erhöht werden kann und Kinder dadurch zu besseren Abschlüssen geführt werden können. Außerdem soll erprobt werden, wie im Hinblick auf die demographische Entwicklung und der sich wandelnden Abschlußorientierung der Eltern weiterhin ein wohnortnahes Schulangebot ermöglicht werden kann."

Das heiß im Ergebnis nichts anderes als ein Gegenmodell zu dreigliedrigen Schulsystem.

Wie die Schule sich entwickeln wird erst die Zeit zeigen, denn ein gemeinsames Lernen wird zunächst für die Klassenstufen 5 und 6 festgelegt. Ab Klasse 7 sollen sowohl integrative als auch kooperative Modelle möglich sein.

Dies heißt im Ergebnis, daß zumindest die 6-jährige Grundschule dadurch eingeführt wird und ab Klasse 7 eben eine Gesamtschule oder eine 10-jährige Grundschule.

Die Resonanz ist bisher - entgegen politischer Beteuerungen - eher bescheiden (nach Medienberichten sollen im ersten Schuljahr ganze 17 (!) Gemeinschaftsschulen in NRW zugelassen worden sein), so daß es für den Beobachter auch wenig erstaunen mag, daß nunmehr sogleich als weiteres Modell die Sekundarschule aus dem Hut gezaubert wurde, nachdem der Schulversuch Gemeinschaftsschule erst ein Jahr läuft.

Man wird abwarten müssen, wie politisch ähnlich regierte Länder (bspw. Baden-Württemberg) weiter vorgehen, an was sie sich anlehnen.

Rechtlich ist die Gemeinschaftsschule als Schulversuch und aufgrund der offenen Handhabung natürlich ein Graus, da dies zu allerlei Mißbrauch und Willkür geradezu einlädt.

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