Schule und Jugendamt in NRW:

Das Jugendamt spielt immer stärker in den Bereich Schule hinein. Meist wird es als Belastung empfunden:

Schule und Jugendamt - Hilfsmaßnahmen nach § 35a SGB VIII:

Das Jugendamt spielt einmal immer dort hinein, wo es um Hilfsmaßnahmen nach § 35a SGB 8 geht: Das sind Hilfen des Jugendamtes die über das hinausgehen, was Schulen leisten (wollen/können):

  • Praktisch relevant sind zusätzliche außerschulische Fördermaßnahmen bei Legasthenie, Dyskalkulie usw., wobei die Jugendämter hier generell zurückhaltend sind, weil es diese Dinge ja regulär (aber völlig unzureichend) mitunter schon in Schule gibt. Diese Maßnahmen stehen deshalb häufig in Streit.
  • Noch problematischer (da auch teuerer) sind Schulbegleiter bei verhaltensauffälligen Kindern - bspw. mit starker ADHS. Auch hier versuchen sich Jugendämter unter Hinweis auf GU oder Sonderschulen etc. von einer Verpflichtung zu befreien.

Gemein ist all diesen Sachverhalten, daß sie mit Schule direkt nichts zu tun haben. Es sind Verwaltungsverfahren außerhalb der Schule mit dem Jugendamt. Aber die Schule muß mitwirken und das kann sehr problematisch werden, weil sie das mitunter nur sehr schleppend tut, mitunter aber auch Schmutz nach außen dringt und die Sachverhalte nicht einfacher werden.

Schule und Jugendamt - Weitergabe von Informationen und Datenschutz:

Immer problematischer wird die vorschnelle Weitergabe von (mitunter wahrheitswidrigen oder aufgebauschten) Informationen der Schule an das Jugendamt.

Insbesondere über das KKG wurde bundesweit eine schwammige Rechtsgrundlage geschaffen, die es Behörden unter den dort benannten Voraussetzungen ermöglicht, Informationen an das Jugendamt weiterzugeben. Und während man nach wie vor in der Presse von schweren Kindesmißhandlungen liest, wird diese gesetzliche Grundlage neuerdings sehr gerne bei ganz normalen Familien angewendet, die der Schule lästig geworden sind.

Mißbrauchspotential besteht daneben in NRW vor allem über die konkreten Regelungen in § 41 Abs. 4 Schulgesetz und § 42 Abs. 6 Schulgesetz: Vor allem Familien mit Kindern, die Schulangst haben, werden auf diese Weise gleich mal dem Jugendamt als potentielle Verweigerer der Schulpflicht mitgeteilt, was natürlich Ursache und Wirkung in einen völlig falschen Kontext bringt.

Kurzum: Bei Kontakt zwischen Schule und Elternamt sollten immer die Alarmglocken angehen: Nicht jede Meldung ist zulässig und vor allem muß man sofort gegensteuern, wenn solche Meldungen beim Jugendamt gelandet sind, denn ansonsten besteht die Gefahr, daß kurzfristig ein Mitarbeiter des Jugendamts vor der Haustür steht.

Sollten Sie diesbezüglich Probleme haben, rate ich Ihnen eine möglichst frühzeitige Erstberatung. Selbstverständlich übernehme ich darüber hinaus im Ernstfall auch deutschlandweit die Vertretung Ihrer Interessen.