Schulwechsel in NRW:

Schulwechsel in NRW - Praktische Probleme

Auch der Schulwechsel in NRW ist unter Berücksichtigung der Möglichkeit der Festlegung von Schuleinzugsbereichen für alle Regelschulen durch den Schulträger zu beachten:

  • Hat der Schulträger keine Schuleinzugsbereiche festgelegt, ist der Zugang zu der Wunschschule generell möglich.
  • Hat der Schulträger Schuleinzugsbereiche gebildet, dann kann die Aufnahme von Schülern außerhalb des Schuleinzugsbereichs verhindert werden, es sei denn, es liegt ein "wichtiger Grund" vor.

Daneben spielen natürlich Aufnahmekapazitäten in NRW eine erhebliche Rolle, da die Schülerstromlenkung in NRW katastrophal gehandhabt wird.

Hinzukommen weitere - NRW-spezifische - also hausgemachte Probleme, die ich in dieser Form nur aus NRW kenne.

Praktische Probleme ergeben sich für Schulwechsel in NRW nach alledem unter 4 Aspekten:

Schlwechsel und Schuleinzugsbereiche:

Zum einen haben Schulen nunmehr durch Schuleinzugsbereiche ein weiteres Instrument in der Hand, potentiell mißliebige Schüler abzuweisen - sofern kein wichtiger Grund vorliegt.

Dies beinhaltet natürlich ganz erheblich Mißbrauchspotential, denn auf diese Weise kann man mit Korokodilstränen unauffällig aussieben, wen man haben möchte und wen nicht (bspw. den Schüler mit ADHS außerhalb des Schuleinzugsbereichs nicht, den Einserschüler außerhalb des Schuleinzugsbereichs schon...).

Sollten Ihnen pauschal örtliche Vorbehalte bei einem Schulwechsel entgegengehalten werden, kontakieren Sie mich für eine Erstberatung oder deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen. Zum einen ist immer rechtlich nachzuprüfen, was wirklich dahintersteckt, zum anderen sind Ausnahmen ggf. kommunizierbar.

Schulwechsel und Aufnahmekapazität:

Zum zweiten ist es so, daß Schulwechsel oftmals von Schulen stattfinden, die bereits bei der Schulwahl nicht erste Wahl waren, d.h. die Aufnahmekapazität der Wunschschule kann natürlich auch dann erschöpft sein (oder dies wird behauptet), wenn der Wechsel nicht zu Beginn, sondern während der Schulzeit erfolgt.

Hierbei sollte man immer vorsichtig sein, da solche Behauptungen gerne ins Blaue erfolgen oder wahrheitswidrig sind. Sollten Ihnen solche Vorbehalte entgegengehalten werden, kontaktieren Sie mich für eine Erstberatung oder deutschlandweite Vertreteung Ihrer Interessen, denn auch hier lassen sich oftmals Lösungen finden, während Eltern gerne pauschal abgebügelt werden.

NRW-spezifisch - Vorbehalte bei Schulwechsel während des Schuljahres:

Das dritte Problem ist ein hausgemachtes, nrw-spezifisches Problem, das nach Sinn und Zweeck nicht einmal im Ansatz nachvollziehbar ist: Schulwechsel sollen in NRW grundsätzlich nur zu Beginn des Schuljahres erfolgen (§ 46 Abs. 1 SchulG).

In anderen Bundesländern gibt es solche Regelungen nicht und aus meinen Erfahrungen wird diese Regelung in NRW auch sehr verbissen praktiziert (was ja durchaus eigennützlich ist), so daß Schulwechsel während des Schuljahres selbst bei anwaltlicher Vertretung zumeist schwer durchzusetzen sind.

Das ist im Einzelfall natürlich eine Katastrophe, denn es gibt zahlreiche Fälle (bspw. Mobbing), bei denen ein sofortiger Schulwechsel von Nöten ist und man nicht noch ein paar Monate warten kann, bis etwas Ernsthaftes passiert ist oder das Kind ernsthafte psychische Schäden davongetragen hat.

Da im Normalfall gegenüber Eltern keinerlei Kompromißbereitschaft gezeigt wird, empfiehlt sich auch hier eine frühzeitige Kontaktierung für eine Erstberatung zu Ihrem konkreten Fall oder eine deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen.

NRW-spezifisch - fehlende Unterstützung des Schulamts

Der vierte Punkt hängt wiederum mit dem vorangegeangenen Punkt zusammen und ist auch nrw-spezifisch.

Bei Bundesländern mit Schulbezirken ist zwangsläufig eine Kommunikation mit Schulämtern notwendig, die sich dann bei solchen Fällen auch engagieren.

In NRW ist demgegenüber die Auffassung zu verzeichnen, daß man generell damit nichts zu tun haben möchte - was deutschlandweit einmalig und sehr schülerunfreundlich ist. Auch im eigenen Interesse der Schulamtsmitarbeiter ist mir eine solche Einstellung nicht nachvollziehbar, denn wenn es schon nicht darum geht, jemand anderem ggf. helfen zu wollen, so hat ein fehlendes Engagement zumeist die Folge, daß Sachverhalte noch mehr eskalieren und dann noch auf dem Schreibtisch des Mitarbeiters landen. Insofern wäre es auch im eigenen Interesse eigentlich sinnvoll, Angelegenheiten möglichst deeskalierend und pragmatisch zu lösen.

Wie dem auch sei: Schulwechsel sind schwer und regelmäßig auch unter diesem Aspekt nicht ohne anwaltliche Unterstützung durchzusetzen.

Überhaupt bietet sich bei dem Thema Schulwechsel als Minimum durchaus eine Beratung an, da oftmals nach dem Motto "bloß weg" verfahren wird, und man dann vorschnell die Katze im Sack als vorzugswürdig sieht. Schulwechsel kann man aber nicht alle paar Monate durchführen, deshalb ist eine eingehende Auseinandersetzung mit dem Thema wichtig!

Für eine Erstberatung oder die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen kontaktieren Sie mich bitte direkt.