AOSF-Verfahren  - sonderpädagogischer Förderbedarf :

AOSF-Verfahren & Inklusion - nach wie vor ist höchste Vorsicht geboten, wenn die Schule ein AOSF-Verfahren einleitet:

Sonderpädagogischer Förderbedarf bleibt auch in Zeiten der Inklusion ein Thema, das man Ernst nehmen sollte:

Weil dieser nach wie vor zu Nachteilen führen kann:

  • Bspw. werden lernschwache Schüler oder solche mit bloßen Teilleistungsstörungen (Legasthenie, Dyskalkulie) nach Feststellung einer "Lernbehinderung" (!) plötzlich mit anderen Arbeitsmaterialien ausgestattet.
  • Hierdurch wächst der Abstand zum Rest der Klasse ggf. sogar noch an, so daß sich die vermeintliche Übergangszeit zu einem Dauerthema entwickelt.

Weil dieser nach wie vor zu Stigmatisierungen führen kann:

  • Bspw. geraten verhaltensauffällige Schüler (mitunter solche, die nur ADHS haben) nach Feststellung eines sozial-emotionalen Förderbedarfs (!) noch mehr in die Sündenbockfunktion als zuvor, weil ja quasi amtlich ist, daß sie verhaltensauffällig sind.
  • Oftmals gibt es Vereinbarungen zwischen Lehrer und Sonderpädagogen, daß die Sonderpädagogen mit ihrer Gruppe rausgehen, wenn es etwas laut in der Klasse wird...

Weil völlig unklar ist, ob ein Kind nicht doch noch gegen seinen Willen in eine Sonderschule geschickt wird, wenn erst einmal sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt ist:

  • § 20 Absatz 4 SchulG NRW beinhaltet eine Möglichkeit des Schulamtes, das Wahlrecht der Eltern in besonderen Fällen zu durchbrechen, so daß Schüler nach wie vor auf Sonderschulen auch gegen den Willen der Eltern  geschickt werden können.

Dies gilt um so mehr, als Schulen im Zeitalter der Inklusion geradezu inflationär mit AOSF-Verfahren umgehen:

  • So geraten zusehends Schüler mit Teilleistungsstörungen (Legasthenie, Dyskalkulie) ins Visier der Schulen und sollen kurzerhand als "lernbehindert" erklärt werden, damit sich ein Sonderpädagoge in der Klasse um diese kümmert.
  • Genauso geraten immer mehr Schüler mit ADHS ins Visier der Schulen und sollen sozial-emotionalen Förderbedarf erhalten, damit ein Sonderpädagoge sich bei Störungen des Unterrichts um sie kümmert.

Nach alledem sollte man immer vorsichtig sein, wenn die Schule von einem AOSF-Verfahren zu sprechen beginnt. In jedem Fall ist es sinnvoll, über eine Erstberatung die eigene Situation zu erörtern. Selbstverständlich übernehme ich im Streitfall auch die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen.

Das "Beuteschema" für AOSF-Verfahren:

Da für viele Schulen die Verlockung groß ist, daß ein Sonderpädagoge sich um alle halbwegs schwierigen Fälle kümmert, ist das Beuteschema für AOSF völlig unübersichtlich geworden:

  • Bereits Schüler mit Teilleistungsstörungen (Legasthenie, Dyskalkulie, Aufmerksamkeitsstörungen) geraten in die Gefahr, daß sie als lernbehindert erklärt werden, damit ein Sonderpädagoge sich um Fördermaßnahmen und Nachteilsausgleiche kümmert.
  • Noch gefährlicher wird es für verhaltensauffällige Schüler (bsw. ADHS), die in den Fokus für sozial-emotionalen Förderbedarf geraten. Ziel mag dann sein, daß man sich vom Sonderpädagogen ein Arrangement dahingehend erhofft, daß er bei Störungen einfach mit seiner Gruppe den Klassenraum verläßt.

Man braucht sich nach alledem nicht zu wundern, daß seit der Diskussion um Inklusion in NRW die Quote von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf ansteigt... Es kann im Grunde fast jede Familie treffen.

Geraten Sie in das Raster AOSF-Verfahren, rufen Sie mich für eine Erstberatung an. Sollte eine Lösung durch eine Beratung nicht ausreichen, übernehme ich auch die deutschlandweite Vertretung Ihrer Interessen.

AOSF-Verfahren - wann sollte man sich wehren?

Grundsätzlich so früh wie möglich:

  • Mitunter kann man noch präventiv die Einleitung eines solchen AOSF-Verfahrens verhindern. Gerade weil Inklusion als "nicht so schlimm" dargestellt wird, ist es wichtig, frühzeitig vorzugehen, da ansonsten Einwände gerne bagatellisiert werden.
  • Ist das AOSF-Verfahren eröffnet, sollte man so früh wie möglich dagegen angehen. Je früher, desto besser die Möglichkeiten.
Selbst im Falle, daß Ihnen mit wohlfeilen Worten Inklusion in Form eines Gemeinsamen Unterrichts "angeboten" wird,  kontaktieren Sie mich zumindest für eine Erstberatung. Meist beinhaltet dies erhebliche Risiken, so daß ich davon abraten würde.