Zurückstellung von der Schule in Nordrhein Westfalen (NRW):

Zurückstellung von der Schule in NRW - Grundlagen:

§ 35 Abs. 3 Schulgesetz NRW regelt die Zurückstellung von der Schule:

Schulpflichtige Kinder können hiernach "aus erheblichen gesundheitlichen Gründen" für ein Jahr zurückgestellt werden.

Dies ist dem Wortlaut nach eine engere Konstellation als in den meisten anderen Bundesländern, die überwiegend auch geistige und sozial-emotionale Gründe ausdrücklich regeln.

Insofern ist eine Zurückstellung von der Schule in Nordrhein-Westfalen auch immer dann mit Problemen behaftet, wenn die Zurückstellung nicht auf direkten gesundheitlichen Gründen beruht. Die meisten Zurückstellungen werden deshalb begehrt, weil die Kinder insgesamt einfach noch nicht soweit sind.

Da auch die Schulverwaltung mit Zurückstellungen sehr restriktiv umgeht, sollten Sie in diesen Fällen zumindest eine Erstberatung zur Zurückstellung von der Schule wahrnehmen, da Sie mit falscher Offenheit irreversible Schäden anrichten können, während ich mit Ihnen aus meiner Erfahrung im Schulrecht ggf. das eine oder andere juristische Schlupfloch erörtern kann.

Selbstverständlich kann ich Ihnen - sofern dies notwendig erscheint und von Ihnen gewünscht wird - auch mit einer deutschandweiten Vertretung Ihrer Interessen helfen.

Zurückstellung von der Schule und sonderpädagogischer Förderbedarf (AOSF):

Ein weiteres Problem im Zusammenhang mit der Zurückstellung vom Schulbesuch stellt sich neuerdings immer mehr in dem Zusammenhang, daß Schulen und Schulbehörden bei Zurückstellungsanträgen oftmals nicht nur versuchen, die Kinder sofort einzuschulen, sondern diese auch mit sonderpädagogischem Förderbedarf zu versehen (AOSF-Verfahren).

Dies ist vor allem im Zusammenhang mit der Inklusion zu sehen: Inklusion wird zusehends mißbräuchlich verwendet, indem Kinder, die geringfügig anders sind, plötzlich unter das Stigma sonderpädagogischer Förderbedarf gefaßt werden sollen, da die Schulen ja Förderangebote (gemeinsamer Unterricht - GU) haben. Es ist eine Entwicklung erkennbar, daß besonders in NRW sehr leichtfertig sonderpädagogischer Förderbedarf angenommen wird und Inklusion in die Richtung geht, daß darunter nicht nur Kinder mit Behinderungen gesehen werden, sondern tendenziell alle Kinder, die "irgendwie anders" sind.

Insofern ist bei Zurückstellungsanträgen in NRW immer höchste Vorsicht geboten, damit der Schuß nicht nach hinten losgeht: D.h. im schlechtesten Fall erhält man keine Zurückstellung und dafür soll das Kind in das Stigma sonderpädagogischer Förderbedarf gesteckt werden.

Auch unter diesem Aspekt rate ich Ihnen vor Stellung eines Antrags auf Zurückstellung von der Schule, zumindest eine Erstberatung bei mir wahrzunehmen, da es immer einige brenzlige Aspekte besprechen sollte, bevor man etwas auf ein Blatt Papier schreibt. Selbstverständlich kann ich nötigenfalls die Angelegenheit auch in Form einer Vertretung vor der Schule bzw. dem Schulamt weiterführen.

Weitere Informationen zum Themenbereich Einschulung und vorzeitige Einschulung erhalten Sie durch das Betätigen der nachfolgenden Links: